Wie engagierte Studenten mit ihrem Produkt allen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen wollen

Motivierte Studenten, vier Rohstoffe und ein simples, aber innovatives Konzept. Mehr benötigt es nicht, um eines der akutesten Probleme weltweit zu bekämpfen. Die Rede ist von sauberem Trinkwasser, zu dem laut einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 2018 noch immer über 840 Millionen Menschen keinen Zugang haben. Dies führt unter anderem zu einer schnelleren Ausbreitung von Krankheiten wie beispielsweise Cholera und führt zu Abstinenz in Schule und Beruf und in einigen Fällen sogar zum Tod.

Um genau diesem Problem entgegenzuwirken, wurde von Münchner Studenten das Projekt Waterfilter unter der Schirmherrschaft von Enactus München ins Leben gerufen. Das Ziel des Projektes, welches 2015 in Kigoma, Tansania startete: Menschen durch unternehmerisches Handeln dazu zu befähigen, sich und anderen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewähren. Für dieses ambitionierte Vorhaben werden wie anfangs erwähnt, nur vier Materialien benötigt: Wasser, Sägespänne, Lehm und Silbernitrat. Der Vorteil dieser Rohstoffe ist die weltweite Verfügbarkeit, sodass die Materialien fast überall lokal bezogen werden können und die Produktion nicht von einem bestimmten Ort abhängig ist.

Um die konstante Qualität der Filterproduktion sicherzustellen, wird der eingesetzte Wasserfilter mit einer manuellen Filterpresse gepresst. Der essentielle Schritt für die Funktionsweise des Filters ist das Brennen bei hohen Temperaturen, bei dem das organische Material verbrennt und somit Mikroporen im Ton hinterlässt. Durch diese Mikroporen wird das Wasser filtriert und von allen Kontaminationen befreit. Um sicherzustellen, dass insbesondere Bakterien, die bereits in kleinsten Mengen große gesundheitliche Schäden wie Cholera verursachen können, zuvor abgetötet werden, wird nach dem Brennen eine dünne Schicht aus Silbernitrat auf den Wasserfilter aufgetragen. Das Silbernitrat gelangt durch die Filtration jedoch nicht in das gesäuberte Wasser und ist für den menschlichen Organismus nachweislich ungefährlich.

Die Filter werden durch einen Waterpreneur produziert und anschließend in der Region zu einem fairen Preis verkauft. Der komplette Erlös fließt an den Waterpreneuer, wodurch neben der aktiven Bekämpfung von schmutzigem Trinkwasser auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Zudem leistet das Projekt eine Menge Aufklärungsarbeit, bei der beispielsweise durch gezielte Workshops und Verteilung von Flyern und Booklets an Schulen und öffentlichen Einrichtungen die Einwohner für das Thema sensibilisiert werden.

Aufgrund des Umzuges der Produktionsstätte von Kigoma in das 4 Stunden entfernte Kasulu, stand für das Projekt im Februar ein besonderes Highlight an. Drei Mitglieder des Projekts und Studenten der TU München reisten nach Tansania, um sich vor Ort ein genauere Bild der Fabrik und der täglichen Arbeit des Waterpreneurs zu verschaffen. Bei der Reise, die finanziell von der TU unterstützt wurde, sind neben der Durchführung von Workshops über Kostenkalkulation und Roadmaps auch essentielle Partnerschaften geschlossen worden, die das gesamte Team positiv stimmen, dass das ambitionierte Ziel, allen Menschen den Zugang zu sauberen Trinkwasser zu ermöglichen, irgendwann erreicht und Realität werden kann.

Wenn euch das Thema interessiert und ihr euch neben dem Studium engagieren wollt: Hier gehts zu vielen weitere Projekten von Enactus München.

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Enactus München, ist eine studentische Non-Profit-Organisation, die Teil der weltweit aktiven Initiative Enactus Worldwide ist. Zu Enactus gehören außerdem Partner, verschiedene Unternehmen, Vereine und andere Organisationen, sowie Einzelpersonen. Die Leidenschaft, Menschen langfristig und nachhaltig zu helfen, bringt sie zusammen und jede Person, die diese mit ihnen teilt, ist eine willkommene Unterstützung.

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